J.J. Cale – Naturally...

J.J. Cale – Naturally…

Seit dem Album “John Mayall & The Blues Breakers With Eric Clapton” war ich Fan von Eric Clapton. 1970 erschien von ihm die Single „After Midnight“ und wurde sofort gekauft. Der Song war so gut, dass ich wissen wollte von wem er stammte. J.J. Cale war in Deutschland damals noch ein Unbekannter. In den USA veröffentlichte er seit Ende der 1950er Jahre einige Singles, aber keinen Longplayer.

Clapton hatte ein feines Händchen bei der Auswahl seiner Songs, man denke nur an „I Shot The Sheriff“ mit dem er Bob Marley zu größerer Bekanntheit verhalf. Vielleicht war es auch bei „After Midnight“ und J.J. Cale so?

Auf jeden Fall erschien 1971 die erste Langspielplatte von J.J. Cale und natürlich mit „After Midnight“! Die erste Version von „After Midnight“ erschien als Single 1966. Neu aufgenommen wurde der Song 1971 für eben dieses Album „Naturally…“. Kommerziell erfolgreich sollte es anfangs nicht werden, aber in bestimmten Kreisen wurde der Name J.J. Cale bekannter. Ich war nicht bei den ersten Käufern, mir fehlte dazu einfach das Geld. Ein paar Jahre später wurde es dann doch angeschafft und mit ihm sämtliche Nachfolger bis „Grasshopper“. Ab „5“ wurde es mir zu langweilig um J.J. Cale. Aus Gründen der Nostalgie wurden später auf CD dennoch angeschafft „#8“, „Number 10“ und das „Live“. Die Cooperation mit Eric Clapton wurde zwar auch noch gekauft, aber nur einmal angehört und verstaubt seither zusammen mit den meisten Platten oder CDs von J.J. Cale. Einzig nicht verstauben wird sein Debut „Naturally…“.

Es ist für mich heute noch eines meiner Lieblingsalben. Diese relaxte und ruhige Art gefiel mir von Anfang an. Schon der Opener „Call Me The Breeze“ passt in dieses Schema. Seine Art die Gitarre zu spielen finde ich einfach großartig. Keine wüsten Soloeinlagen, einfach nur eine ständige Untermalung. Seine grandiose Gitarre wird, meiner Meinung nach, von den meisten Kritikern und Hörern unterschätzt. Einfach mal auf die Gitarre achten.

Der Aufnahmeort ist Nashville, die Session fanden in drei Schüben statt, erst im Sptember 1970, dann im Oktober und die letzten Aufnahmen dann im Juni 1971. An den drei Session nahmen jeweils andere Studiomusiker teil und auch in einem leicht unterschiedlichen Stil. Bei „Woman I Love“ gibt es zum Beispiel Bläser, bei anderen Songs spielte die Geige oder die Harmonika eine Rolle. Zu den mir bekannten Musiker gehören Tim Drumming und Carl Radle.

Auch auf „Naturally…“ kommt an manchen Stelle Lageweile auf, so wie bei „Magnolia“. Ein herzzerreißender Song…. Dann gibt es wieder Songs die nahe am Blues sind, wie „Crazy Mama“. Etwas munterer wird es beim vorletzten Song „Bringing It Back From Mexico“. Es könnte sogar zum Fußwippen kommen!

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Songs für mich die besten von J.J. Cale und wie oben geschrieben, „Naturally…“ ist eines meiner am häufigsten angehörten Alben überhaupt.

Wenn jemand einen Einstieg in das Werk von J.J. Cale sucht, dieses Album könnte es sein. Ein Album für die ruhigen Stunden!

 

Die Musiker:

J.J. Cale: guit., voc.
Carl Radle: bass (A1, A2, B1, B4, B6),
Tim Drummond: bass (A4, A5, A6, B2, B5)
Walter Haynes: dobro (A6)
Norbert Putnam: bass (A3, B3),
Chuck Browning: drums (A3, B3),
Karl Himmel: drums (A1, A2, A4 bis B2, B4, B5, B6)
Buddy Spiker: fiddle (A6),
Shorty Lavender: fiddle (A6)
Ed Colis: harp (A4, A5, A6, B2, B5)
David Briggs: keyb. (A3, B3)
Bob Wilson: piano (A4, A5 A6, B2, B5)
David Briggs: piano (A3, B3)
Jerry Whitehurst: piano (A3, B3)
Mac Gayden: slide guit. (B1, B4)
Weldon Myrick: steel guit. (A1, A2, B1, B4, B6)
Dianne Davidson: backing voc. (B1, B4)

Die Songs:

A1 – Call Me The Breeze
A2 – Call The Doctor
A3 – Don’t Go To Strangers
A4 – Woman I Love
A5 – Magnolia
A6 – Clyde

B1 – Crazy Mama
B2 – Nowhere To Run
B3 – After Midnight
B4 – River Runs Deep
B5 – Bringing It Back
B6 – Crying Eyes

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