Johnny Otis - The Essential Recordings

Johnny Otis – The Essential Recordings

Nicht nur Eric Clapton und Frank Zappa waren Fans von Johnny Otis, ich bin es auch! Eric Clapton machte „Willie And The Hand Jive“ erst so richtig berühmt. Den „Crazy Country Hop“ übernahm er auch gleich, aber der wurde nicht ganz so populär. Beide Songs sind auf dem Sampler „Johnny Otis The Essential Recordings“ im Original vertreten. Meinem Geschmack nach übertreffen sie die Coverversionen des Herrn Clapton bei Weitem!

Johnny Otis, geboren am 28.12.1921 als Ioannis Alexandres Veliotes, Sohn griechischer Einwanderer, in Vallejo, Kalifornien. Seine Eltern zogen früh nach Berkley um. Der Stadtteil in dem Johnny Otis aufwuchs, wurde vorwiegend von Schwarzen bewohnt. Die Musik und der Lebensstil gefielen ihm, er nahm den Namen Otis an, da dieser in eben dieser Umgebung besser passte. Er war einer der wenigen Weißen, der von den Schwarzen als Mensch, und auch als Musiker, als einer der ihren angesehen wurde. Rassismus war für ihn ein Fremdwort. Später wurde er der erste Weiße, der in den Billboard R&B Charts erfolgreich vertreten war.

Anfangs spielte er noch als Teenager in verschiedenen Bands rund um Berkley Schlagzeug. 1943 zog er nach Los Angeles, wo er unter anderen auch in der Band von Lester Young trommelte. 1945 gründete er schließlich seine erste eigene Band. Seine erste Aufnahme als „Johnny Otis, His Drums And Orchestra“ war „Harlem Necturn“. Hiermit fängt auch die CD „Johnny Otis, The Essential Recordings“ an. Für mich eines der besten Tracks auf der CD. „Harlem Nocturn“ wurde in den R&B Charts ein Hit. Das gab ihm die Gelegenheit, mit seinem Partner Bardur Ali, den Club „Barrelhouse“ in Watts, einem Stadtteil von Los Angeles, zu eröffnen. Er verkleinerte seine Band und ließ junge und begabte Musiker auftreten. Eine dieser Musikerin war die 13-jährige Esther Phillips. Dann durften auch die Robins mitmachen, die sich später The Coasters nannten. Das waren nicht seine letzten Entdeckungen!

Er wechselte mit den Jahren auch die Instrumente. 1951 nahm er den „Mambo Boogie“ auf, Johnny Otis spielte jetzt ein Vibraphon. Es war der erste „Mambo“ auf Schallplatte! Später sah man ihn häufig am Klavier bei. Johnny Otis wurde in den 1950er Jahren zum Talentsucher und zum Produzenten. Er arbeitete in diesen Funktionen für das Label King Records. Zu seinen Entdeckungen in dieser Zeit zählten unter anderen Jackie Wilson, Hank Ballard, Etta James, Willie Mae „Big Mama“ Thornton, mit der er „Hound Dog“ aufnahm. Später sollte Elvis PresleyHound Dog“ mit großem Erfolg covern. Er nahm auch Songs mit Little Richard und Johnny Ace auf, zu finden sind sie auf CD 2. Seine anderen Beschäftigungen waren die wöchentliche Fernsehsendung „The Johnny Otis Show“ und Radiosendungen in denen er als DJ arbeitete.

In den 1960er Jahren war er nicht mehr so populär, die großen Erfolge blieben aus. Eric Clapton und Frank Zappa, große Fans von Johnny Otis, brachten ihn wieder in Erinnerung. Capton mit „Willie And The Handjive“ und Zappa vermittelte ihm einen Auftritt beim berühmten 1970er Monterey Festival. In den 1970 und 1980er Jahren erschienen noch ein paar Alben, darunter auch welche mit der Beteiligung seines Sohnes Shuggie Otis.

Johnny Otis wurde der „Godfather Of Rhythm ‘n’ Blues”. 1994 wurde er in die Hall Of Fame of Rock und der Hall Of Fame Of Blues aufgenommen. 2017 folgte die National Rhythm & Blues Hall of Fame, dies allerdings posthum. Johnny Otis starb am 17.01.2012.

Auf den beiden CDs findet man seine wichtigsten Songs aus den Jahren 1945 bis 1958. „Willie And The Handjive“, „Hound Dog“ oder „Mambo Boogie“ fehlen natürlich nicht! Für mich eine Einführung in das Schaffen des Johnny Otis.

CD1:

Johnny Otis, His Drums And Orchestra – Harlem Nocturne
Johnny Otis, His Drums And Orchestra – Featuring Jimmy Rushing – Jimmy’s Round The Clock Blues
Wynonie (Mr. Blues) Harris And The Johnny Otis All Stars – Yonder Goes My Baby
Johnny Otis, His Drums And Orchestra – Jeff-Hi Stomp
Joe Swift With Johnny Otis And His Orchestra – That’s Your Last Boogie
The Johnny Otis Orchestra Featuring Pete Lewis And His Guitar – Midnight At The Barrelhouse
The Johnny Otis Orchestra Featuring Big Jay McNeely – Barrelhouse Stomp
Johnny Otis And His Orchestra – Court Room Blues
The Robins With The Johnny Otis Orchestra – If It’s So, Baby
Johnny Otis Quintette, The Robins And Little Esther – Double Crossing Blues
Johnny Otis And His Orchestra – New Orleans Shuffle
Little Esther And The Blue Notes With The Johnny Otis Orchestra – Lover’s Lane Boogie
Little Esther And Mel Walker With The Johnny Otis Orchestra – Mistrustin’ Blues
Little Esther With The Johnny Otis Orchestra – Misery
The Johnny Otis Orchestra With Mel Walker And The Blue Notes – Cry Baby
Little Esther And Mel Walker With The Johnny Otis Orchestra – Cupid’s Boogie
Little Esther And Mel Walker With The Johnny Otis Orchestra – Deceivin’ Blues
Mel Walker With The Johnny Otis Orchestra – Dreamin’ Blues
Johnny Otis’ Congregation With Little Esther, Mel Walker And Lee Graves – Wedding Boogie
Mel Walker With The Johnny Otis Orchestra – Rockin’ Blues

CD2:

Willie Mae ‘Big Mama’ Thornton With Kansas City Bill And His Orchestra – Hound Dog
Johnny Ace With The Johnny Otis Orchestra – Pledging My Love
Marilyn Scott (The Carolina Blues Girl) With The Johnny Otis Orchestra – Beer Bottle Boogie
The Johnny Otis Orchestra Featuring Mel Walker – Gee Baby
The Johnny Otis Orchestra – Mambo Boogie
The Johnny Otis Orchestra – All Nite Long
Mel Walker With The Johnny Otis Orchestra – Sunset To Dawn
The Johnny Otis Orchestra Featuring Mel Walker – Call Operator 210
The Johnny Otis Orchestra Featuring Mel Walker – The Candle’s Burning Low
The Johnny Otis Orchestra – Shake It
Gene And Eunice With Johnny’s Combo – Ko Ko Mo
Mr. Goggle Eyes August With The Johnny Otis Band – Oh Ho Doodle Lu
Little Richard With Johnny Otis’ Band – Little Richard’s Boogie
The Johnny Otis Show With Marie Adams And The Three Tons Of Joy – a (He’s Making Eyes At Me)

The Johnny Otis Show:

Bye Bye Baby
Willie And The Hand Jive
Crazy Country Hop
Castin’ My Spell
Mumblin’ Mosie
Shake It, Lucy Baby

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