The Association – Never My Love (1967)

You ask me if there’ll come a time
When I grow tired of you
Never, my love
(Ah) Never, my love

You wonder if this heart of mine
Will lose its desire for you
Never, my love
(Ah) Never, my love

What makes you think love will end?
When you know that my whole life depends
On you? (On you)

Ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba…

Never, my love
Never, my love

You say you fear I’ll change my mind
I won’t require you
Never, my love (Never, my love)
Never, my love (Never, my love)

How can you think love will end
When I’ve asked you to spend your whole life
With me? (With me, with me)

Never, my love (Never, my love)
Never, my love (Never, my love)
Never, my love (Never, my love)
Never, my love (Never, my love)

(Written by Don & Dick Addrisi)

 

 

Was für eine akustische Traumlandschaft welche die aus Kalifornien stammende Slowbeat-Unternehmung The Association 1967 in diesen Song projizierte, „Never My Love“ ist mindestens so entrückt und abgehoben wie der gesamte Summer Of Love, zumindest in meiner Sicht der Dinge.

„Never My Love“ aus der Feder der Songwriter Donald und Richard Addrisi (die Brüder nahmen den Song 1972 selber auch mal auf, erreichten aber bei weitem nicht die Dynamik der Association-Version) war Teil der facettenreichen LP Insight Out die mit „Windy“ den vermutlich nachhaltigsten Hit von Association beinhaltete, stimmungsmässig übertrifft „Never My Love“ aber alle anderen Tracks auf der Scheibe, zumindest in meinen Ohren. Das ist eine dieser epochalen Melodien die man niemals mehr aus dem Gehörgang kriegt wenn sie sich dort erstmal eingenistet hat. Die betörende Gesangslinie wurde von Sänger Terry Kirkman und dem damaligen Association-Neuzugang Larry Ramos (Gesang/Gitarre, er sprang für Bassist Jules Gary Alexander ein der sich nach Indien verabschiedet hatte, 1969 aber wieder zur Band stiess) angeführt und selbstverständlich tatkräftig unterstützt von den weiteren Mitgliedern, schliesslich war man ja ein eigentliches Gesangsensemble und setzte demzufolge auf ausgefeilten Harmoniegesang. Ob das nun Sunshine Pop, Softrock oder Easy Listening war lässt sich gar nicht mal so ganz einfach klären, für mich enthält die Nummer ganz einfach alles was einen guten Song ausmacht, inklusive der göttlich perlenden und klasse integrierten Orgelklänge. Viele US-Amerikaner verliebten sich offenbar genauso wie ich in den Song, er wurde im Lauf der Jahre in Übersee zu einer eigentlichen Hochzeits-Hymne.

„Never My Love“ das in den US-Charts bis auf Platz 2 hochstieg, führten The Association unzählige Male in TV-Shows auf, die trashigste Aufführung vermutlich diejenige bei dem Terry Kirkman offenbar der Anzug etwas knapp bemessen war.





Ob er deshalb dermassen gequält in die Kamera blickte? Nun, das Problem erledigte sich von selber als im folgenden Jahr ganz zeitgemäss Haare und Bärte spriessten und die Einheitsgarderobe zu Gunsten individueller Kleidung entsorgt wurde.

Auf der Rückseite der Single „Never My Love“ findet man übrigens „Requiem For The Masses“, das pure Gegenteil, das „Requiem“ (geschrieben von Terry Kirkman) war eine Antikriegshymne, The Association demonstrierten hier, dass sie sich auch mit gregorianischem Gesang auskannten und sich nicht vor tiefer gehender Thematik fürchteten. Auf Druck aus dem Weissen Haus wurde der Song von Warner Brothers nicht beworben. Produziert wurde „Never My Love“ (wie auch das Album Insight Out) von Bones Howe (eigentlich Dayton Burr Howe), der Tontechniker und Produzent war auch der Garant für unzählige Scheiben der Mamas & Papas, Monkees, Turtles, 5th Dimension, Johnny Rivers, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, Sergio Mendes, Lucio Battisti, Alan Price, Bette Midler und Tom Waits.

The Association (März 1967 bis Ende 1968):
Terry Kirkman – Vocals, Wind Instruments, Percussion
Russ Giguere – Vocals, Rhythm Guitar, Percussion
Brian Cole – Vocals, Bass, Woodwinds
Ted Bluechel, Jr. – Vocals, Drums, Bass, Rhythm Guitar
Jim Yester – Vocals, Keyboards, Rhythm Guitar
Larry Ramos – Vocals, Lead Guitar

Nach „Never My Love“ flachte die Erfolgswelle langsam aber stetig ab, nichtsdestotrotz sind alle der bis 1972 erschienen Platten eine Entdeckungsreise wert. Terry Kirkman stieg nach Waterbeds In Trinidad! aus und beendete damit das wichtigste Kapitel der Band. Seit Mitte Seventies konzentrieren sich die immer noch existierenden The Association auf das lukrative Geschäft mit dem Oldie-Markt, erwähnenswerte Tonträger mit neuer Musik entstanden offenbar keine mehr. Bis zu seinem Tod im Jahre 2014 wurde die Band von Larry Ramos angeführt, er hatte sich in den 80ern die Namensrechte gesichert. Zur aktuellen Besetzung gehören offenbar die Ur-Associations Jim Yester (der Bruder von Jerry Yester von The Modern Folk Quartet / Lovin‘ Spoonful) und Jules Alexander.

Einen Überblick über The Association kann man sich anhand einer der unzähligen Best-Of-Compilations verschaffen, für Komplettisten gibt es ein 5-CD-Package von Rhino, es enthält die Alben:

And The… Along Comes The Association (1966, produziert von Curt Boettcher)
Renaissance (1966, produziert von Jerry Yester)
Inside Out (1967, produziert von Bones Howe)
Birthday (1968, produziert von Bones Howe)
The Association (1969, produziert von The Association und John Boylan)


Als CD erhältlich ist auch das empfehlenswerte ehemalige Doppelalbum „Live“ (1970, aufgezeichnet in Salt Lake City), ein ausgezeichnete Werkschau. Stop Your Motor (1971) das letztmals 2003 auf CD gepresst wurde und die CD Waterbeds In Trinidad! (2006, Rev-Ola) sind hingegen eine eher rare Angelegenheit.

LONG LIVE SUNSHINE POP!
mellow

 

Nachtrag:


The Association entdeckte ich irgendwann Ende 70er als im Zuge von Disco, Westcoast, Edelpop, Artrock, Punk und New Wave weite Gebiete der Sixties-Musik offenbar uncool geworden waren. Da ich schon in jungen Jahren ein äusserst vielseitiger Musikforscher war, zögerte ich nicht lange und zog für wenig Kohle atemberaubendes Zeug aus den Ramschkisten, Original-LP’s (meistens US-Pressungen) von Beau Brummels, Byrds, Harpers Bizarre, Turtles, Moby Grape, Lovin‘ Spoonful, Mamas & Papas, West Coast Pop Art Experimental Band, Youngbloods, Buffalo Springfield, Beach Boys, aber auch Europäer wie Herman’s Hermits, Manfred Mann, Donovan und Kinks. Der grossartige Longplayer Music From The Sound Track Of The Paramount Motion Picture Goodbye, Columbus (1969) war auch darunter, das war der Soundtrack zu einem Kinostreifen mit Ali McGraw (spätere Gattin von Steve McQueen) der mit Musik von The Association (4 Titel) und Killer-Ware des Komponisten Charles Fox bestückt war (To die for: “How Will I Know You?” / “Dartmouth? Dartmouth!”), eine Scheibe die mich damals umgehauen hat und bis heute nichts von ihrer Magie verloren hat.

 

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