Birth Control - Live

Birth Control – Live

Norbert Stockheim Cinch schreibt in den Linernotes zu Birthcontrol Live:
“Birth Control – man weiss es, hört es, riecht es förmlich – zelebriert sich nicht, Birth Control schafft. Man sollte sie schlicht & ehrenvoll, „Rockarbeiter“ nennen.”

Im Ruhrgebiet achtet man immer noch die Malocher, ob im Fußball im wirklichen Leben und auch in der Musik. Irgendwie stimmt dieses Einschätzung wenn man den Vergleich zu anderen deutschen „Krautrockbands“ sucht. Nichts wirklich Vertracktes, gutes Handwerk und alles auf den Punkt gebracht, auch wenn man schon mal knapp über 20 Minuten dazu braucht.
Überhaupt passt keiner der Songs in die Dreiminutenradiolänge.

Die Songs und ihre Länge:

The Work Is Done – 17:02
Back from Hell – 15:42
Gammy Ray – 20:54
She’s Got Nothing on You – 5:41
Long Tall Sally Enotris Johnson – 11:08

Aufgenommen wurde im Sauerland, dem Naherholungsgebiet unserer holländischen Nachbarn, in Attendorn, im Kohlenpott, Heimat des Rockzirkus, in der Ortschaft Dorsten und im fernen Schwarzwald in Freiburg. Aufgenommen wurde von Dieter Dierks mit dem RECORDOMOBILE im Juli 1974.
Nach heutigen Gesichtspunkten ist der Sound nicht als spitzenmäßig anzuhören, da helfen auch keine besseren Kabel, aber durchaus noch als brauchbar.
Man hört auf jeden Fall heraus, die Leute verstehen Musik zu machen und sind routinierte Rocker. Wie es auch Norbert Stockheim schreibt: schnörkelloser Rock. Ich setze noch dazu: mit Überlänge ohne Langeweile.

Die Band:
Bruno Frenzel: guit., voc., perc.
Peter Föller: bass, voc. perc.
Bernd „Nossi“ Noske: drums, voc.
Zeus B. Held: keyb., voc., perc.

Birth Control fing als Coverband an und machte sich Live einen Namen. Bernd Noske gehört zu den guten Drummern in der deutschen Rockszene und ist so etwas wie das Aushängeschild von Birth Control und einzig Überlebender der zweiten Formation. Der Ur-Drummer Hugo Egon Balder ging bereits nach vier Monaten BC andere Wege und tritt als großer BC Drummer in Funk und Fernsehen auf.

Hier auf der Live trommelt jedenfalls Bernd Noske was das Zeug hält. Der Höhepunkt ist das allseits bekannte Gamma Ray, der Song mit dem Birth Control immer verbunden bleibt (Ehrlich gesagt, langsam kann ich ihn mir kaum noch anhören, aber das ist ein anderes Thema.).
Birth Control ist bodenständiger Krautrock und bietet mit der Live eine solide Rockscheibe, die nach heutigen Gesichtspunkten eventuell etwas zu lange Songs beinhaltet, aber auch das ist Geschmacksache.

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