Crow – Harter US-Rock

Mal wieder eine Band die in den Mühlen des Geschäfts unter die Räder kommt

1965 bis 1969 – Wieder so eine Formation die kaum einer kennt, die aber mit exzellenter harter Rock-Mucke und mit den typischen Einflüssen der US-Musik, das Fundament mit gegossen hat für viele andere Bands. Crow wurde 1967 von Sänger David Wagner, Dick Wiegand (Gitarre), Bruder Larry Wiegand (Bass), Dave Kink Middlemist (Keyboards) und Schlagzeuger Harry Nehls unter dem Namen South 40 in Minneapolis, Minnesota gegründet. Sie formierten sich aus den lokalen Bands The Rave-Ons und Jokers Wild. Ungewöhnlich bereits der Start, denn als South 40 veröffentlichen sie zuerst »Live At Someplace Else« (1968). Nehls steigt aus, er hat ein Angebot von T.C. Atlantic und wird von Denny Craswell (von The Castaways) ersetzt, die Kern-Besetzung von Crow ist damit gefunden. Nach dem Gewinn bei einem Band-Wettbewerb Ende September 1969 machten sie beim Major Columbia Records in Chicago einige Demo-Aufnahmen, unterschreiben aber dennoch trotz weiterer guter Angebote beim kleineren Label Amaret. Das war laut Aussagen der Musiker deren größte Fehlentscheidung. Schon das Debüt »Crow Music« (1969) zeigte zwar die enorme Qualität dieses Quintetts und mit der Single »Evil Woman (Don’t You Play Your Games with Me)« wurde auch bereits der erfolgreiche Klassiker als musikalische Spur in das Vinyl gepresst. Die fünf Musiker haben aber trotz guter Verkäufe und Chart-Notierungen nicht so besonders viel davon. Jedoch der Brite Crazy Ozzy mit seinen Düster-Rockern von Black Sabbath. Die veröffentlichten den Song in ihrer eigenen Art erfolgreicher auf der B-Seite der Debüt-LP. Das Thema böses Weib zieht sich durch die gesamte Musikgeschichte, die bekanntesten unabhängigen Rock-Versionen sind die von Crow, The Troggs und Electric Light Orchestra. Auch Ike & Tina Turner hatten einen ähnlichen Titel im Programm, wobei Tina sicher nicht das böse Weib war, eher Choleriker Ike, deshalb auch »Evil Man«.

South 40: Live At Someplace E

Crow: Crow Music (1969)

Crow: Crow By Crow (1970)

1970 bis 1971 – Die erfolgreiche Single Evil Woman erreichte im Herbst die Top 20 der Billboard Hot 100 und im folgenden Januar 1970 ist sie immer noch auf Platz 19. Damit konnten dann die Briten diese bluesige Rock-Fanfare nicht mehr überhören, landen mit der UK-Cover-Version einen Volltreffer. Mit »Crow By Crow« (1970) und »Mosaic« (1971) folgen zwei weitere gute Alben, dennoch waren die ausgekoppelten Singles, beispielsweise das gute »Cottage Cheese«, dann nicht mehr so erfolgreich. Trotz musikalisch gutem Niveau und Live-Auftritten auf höchsten Level in Qualität und Quantität. Die Band schiebt es auf das Label, das Label das Management, die Wahrheit liegt wie fast immer irgendwo dazwischen. Ein Wechsel zu Elektra Records scheiterte weil Amaret sie nicht als Crow freigeben wollte, wohl doch kommerziell zu erfolgreich. Sänger David Wagner gab auf, verließ die Gruppe nach dem dritten Album 1971 und versucht es Solo, leider auch erfolglos.

Crow: Promo_4

1972 bis 1982 – Larry, Dick, Denny and Kink ersetzten den resignierten David durch Mick Stanhope (Sänger & Schlagzeuger von White Lightning), weiterhin wurde mit den beiden Sängerinnen Gwen Matthews und Debbie Oldenwald, sowie Conga-Spieler Chico Perez (The Buttons und verschiedene andere Bands) personell mächtig aufgerüstet. Man versuchte mit neuem Sound und veränderter Orientierung die Band wieder in die Erfolgsspur zu bringen und weiter vorwärts zu bringen. Dennoch brach die Gruppe 1972 endgültig auseinander. Hauptgründe waren laut Aussagen der Band zum einen die unprofessionelle Führung durch Label und Management sowie der völlig andere vokale Sound der letzten Phase. David Wagner nahm Ende 1972 das Soloalbum »d/b/a Crow« erneut für Amaret auf. Crow löste sich dann 1972 auf, Amaret veröffentlichte noch das Wagner-Solo und wurden dann von MGM Records geschluckt. Erst 1980 wurde Crow wieder um den ursprünglichen Sänger David Wagner reformiert. Außer ihm waren bei vielen Auftritten und dem Album »On The Run« (1982) die neuen Mitspieler Denny Johnson (Bass, vorher Jokers Wild), Robby Belleville (Schlagzeug), John Richardson und Jeff (Boday) Christensen (Gitarren) mit dabei. Schon im selben Jahr ist wieder Schluss.

Crow: Mosaic (1971)

Dave Wagner: d/b/a Crow (72)

Crow: Evil Woman: Best Of (92)

1983 bis 1988 – Nach einer fünfjährigen Pause reformierte sich Crow wieder einmal, sie spielen weiterhin Konzerte in der ganzen USA und haben zahlreiche Kompiation-Alben veröffentlicht. Alle Mitglieder haben den Minnesota Music Awards gewonnen, 2005 wurden sie in die Minnesota Rock/Country Hall Of Fame und 2009 in die Iowa Rock & Roll Music Hall Of Fame aufgenommen. Crow spielt immer noch gelegentlich im Mittleren Westen der USA, immer mit Sänger Dave Wagner. Aktuelle Besetzung (12-2020): Dave Wagner (Front-Gesang), Larry Wiegand (Bass, Gesang), Norm Steffen (Schlagzeug, vorher Whiskey River), Jeff (Boday) Christensen (Guitar, Gesang), Dave (Kink) Middlemist (Keyboards, Gesang), immerhin sind wieder drei Originale mit an Bord.

Crow: Promo_2

Eigentlich sind die Krähen aus Minnesota auch wieder so eine tragische Geschichte des Musikgeschäfts. Aber leider nicht Tragödie genug. Denn wer die gesamte Geschichte auf der The Crow Band Heimseite liest, der versteht sehr schnell das hier wieder einmal eine Verkettung von Umständen: Überschätzung, Unerfahrenheit, Selbstsucht, Macht, Geldgier und anderes fest ineinander greifen. Also der normale Wahnsinn, bei der die Künstler die eigentlich nur ihrer Musik machen wollten wieder mal auf der Strecke bleiben. Das ist leider bis heute so, glaubt mir bitte. Ich arbeite dagegen, habe mit dem Rockzirkus eine Plattform gefunden, die sich 100 Prozent auf die Seite der Legionen von guten Künstlern stellt und deren Wirken unabhängig von Bekanntheit würdigt. Ich bin sehr stolz an dieser Mission mitarbeiten zu können/dürfen und verweise gerne an dieser Stelle an die drei Serien Tragische Rocker, US-Cowboys und Neue Deutsche Meister. Zukünftig wird es regelmäßig neue interessante Beiträge geben, einige sehr zeitnah. Es müssen nicht immer die TOP-50 der meistbekanntesten Bands/Künstler sein, alle unten genannten Künstler sind auf gleichem Niveau. Schaut rein, hört rein, genießt es !!

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