Tony Ashton – Live In The Studio

Von der Krankheit (Kehlkopfkrebs) des Tony Ashton erfuhr ich bei einem Gig von Hardin & York um die Jahrtausendwende in Soest. Pete York erzählte, Tony Ashton wäre frisch am Kehlkopf operiert worden. Es war noch nicht klar, ob die Operation erfolgreich gewesen war.

Zu dieser Zeit gab es den Rockzirkus noch nicht, aber die Erinnerung an die Remo Four wurden wieder wach. „Ashton Gardner & Dyke“, „Ashton Lord“ und so weiter wurden aus der Plattensammlung gefischt und mit viel Begeisterung angehört. Ein halbes Jahr später oder so, wurde meine letzte Zigarette ausgedrückt und der Rockzirkus ins Leben gerufen. Es gab im Internet kaum Infos in deutsch und das wurmte mich. Die ersten Musiker über die ich schrieb waren Hardin & York und Tony Ashton. Ein oder zwei Monate später verstarb Tony Ashton, es war der 28.05.2001.

Das gab mir den Ansporn alles zu kaufen was es von Tony Ashton auf dem Markt gab. Das erste von mir gekaufte Album auf CD war das „Live In The Studio“. Aufgenommen wurde es´1984 in der Schweiz. Auf die Repertoire CD, von 1994, wurden noch jeweils zwei Bonusse von 1984 und 1988 gepackt, zwei Singles mit A- und B-Seite.

Tony Ashton hatte Anfang der 80er Jahre immer wieder Probleme mit seiner Gesundheit und auch mit Alkohol. Er arbeitete von Zeit zu Zeit mit seinen Freunden Pete York, Roy Dyke und Jon Lord zusammen. Mit Rick Wakeman moderierte die Fernsehsendung „GasTank“. Gäste bei „GasTank“ waren in der Regel Musikerfreunde.

Als Tony Ashton das Album aufnehmen wollte, war das Budget sehr schmal. Das Album es wurde daher nahezu Live und ohne viel Proben im Studio aufgenommen. Für die Musiker war das kein Problem, es waren alles Profis und sie kannten sich bereits eine Weile. Live hört sich das Album vor allen Dingen deswegen an, Tony Ashton erzählt seine Stories als ob er vor einem Publikum sitzen würde. Tony Ashton war ein Spaßvogel und sogar der bluesigste Blues ist gespickt mit Humor. Ian Paice meinte einmal, wenn Tony Ashton in einer Band spielt, dann kommt automatisch Soul dabei raus, dem kann ich nicht ganz folgen. Obwohl Ashton eine soulige Stimme hat rockt es wie zu Zeiten von PAL, dann swingt es beim nächsten in bester 40er Jahre Jazzmanier. Er beherrschte die Keyboards wie kaum ein anderer im Rockgeschäft. Sein Gesang ist mehr eine melodische Erzählung. Die Songs handeln von Musik und Musikern, alltäglichen Erlebnissen oder Lebensweisheiten. Immer wieder ist eine gehörige Portion Humor vertreten. Es lohnt sich die Texte zu beachten.
Rocker werden nur bedingt ihre Freude haben, gleiches gilt Blueser. Die Vielfalt der Stile wird manchen davon abhalten die CD zu kaufen oder durchzuhören. Meiner Meinung nach ein großer Fehler! Wenn jemand die Stimme von Tony Ashton mag und sich auch Chansons anhören kann, mit anschließendem Hardrock, und noch die notwendige Portion Humor mitbringt, der wird begeistert sein.
Tony Ashton war für mich immer einer der ganz großen Musiker und Keyboarder in der Rockgeschichte.

Diese Bild zeigt Tony Ashton vor den Aufnahmen:

Tony Ashton - Live In The Studio

und so sah er nach den Aufnahmen aus:

Tony Ashton - Live In The Studio

Die Mitspieler:

Tony Ashton: voc., keyb.
Dave Suttle: bass, guit.
Jerry Smith: guit.
Mick Waller: drums
Dave O’List: guit.
Danny Ellis: trombone
Nigel Scott: bass
Rod Johnston: drums

Die Songs:

Match In A Gastank
Singing The Blues
This Gentleman’s Not For Burning
She’s Extraordinary
No!
Blackpool’s First Twist Victim
He Couldn’t Play The Piano
Jimmy Mcduff – Wonderful Stuff
Go West
Goodbye
Resurrection Shuffle
Gimme Some Time To Pay
Saturday Night And Sunday Morning
Samedi Soir Dimanche Matin

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